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1. Kurzfassung |
1. Kurzfassung
Die Reserve- oder auch Wachsreservier- und einfach
Wachstechnik
genannte Technik ist nicht nur bei den Sorben am weitesten verbreitet. Sie beruht
darauf, dass das Ei an Stellen, auf denen Wachs haftet, keine Farbe annimmt.
Diese Stellen werden also für die darunterliegende Farbe reserviert. Wie
auf dem Bild auf der rechten Seite zu sehen, werden im 1. Schritt zunächst
auf das weiße Ei Wachstupfer aufgebracht. Färbt man nun das Ei zunächst
in einer hellen Farbe (bei mehreren Färbeschritten) erhält man als
Ergebniss den 2. Teil des Bildes. Wie man erkennen kann, hat das Ei an den mit
Wachs bedeckten Stellen keine Farbe angenommen. Auf das so gefärbte Ei
können nun weitere Wachstupfer aufgebracht werden. Nach einem weiteren
Färbeschritt (mit einer dunkleren Farbe) erhält man ein Ei wie bei
Bild 3. Die erste Farbe und die weißen Stellen sind unter dem Wachs erhalten
geblieben. Zum Schluss entfernt man das aufgebrachte Wachs vorsichtig (Schritt
4), damit die Farben darunter zur Geltung kommen.
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Nachteile:
4. Vorbereitung
Das wichtigste "Werkzeug" bei der Wachsreserviertechnik ist eine Vorr
ichtung
um das Wachs zu schmelzen und ein Tupfer um das Wachs auf das Ei zu bringen.
Zum Einschmelzen des Wachses, welcher je zur Hälfte aus Kerzen- und Bienenwachs
bestehen sollte, verwendet man einen gebogenen Löffel, der im einfachsten
Fall in eine Kartoffel oder in ein Glas mit Sand gesteckt wird. Wir haben mehrere
Löffel in einer Blechdose eingegipst. Auf jeden Fall sollte man auf einen
festen Stand achten und den Löffel so ausrichten, dass das Wachs später
nicht herausläuft. Zum Erwärmen des Wachses kann man einfach ein Teelicht
verwenden, welches ja nach gewünschter Temperatur mehr oder weniger weit
unter den Löffel geschoben wird. Dabei sollte der Abstand zum Löffel
gerade so groß sein, dass die Flamme nicht rußt. Wir verwenden kleine
Petroleumlämpchen, da man bei ihnen die Flammengröße regulieren
kann und der Windschutz die Wärme zuverlässig zum Löffel aufsteigen
lässt.
Zum
Aufbringen des Wachses verwendet man Tupfer aus Federkielen oder Stecknadeln
mit Köpfen.
Die
Stecknadeltupfer sind einfach herzustellen und auch sehr robust. Man steckt
einfach eine Stecknadel in einen kleinen Holzstab (z.B. einen Ast, Stift oder
Schaschlikspieß).
Die Federkiele sind mit etwas Übung auch kein Problem. Obwohl Gänsefedern
im allgemeinen als am besten geeignet angesehen werden, eignen sich auch die
Federn anderer Vögel. Allerdings ist die Haltbarkeit sehr verschieden.
Hat man geeignete Federn besorgt (oder im Park gefunden) werden sie zunächst
bis auf die Spitze geschlissen. Dazu nimmt man immer nur wenige der Seitenzweige
und zupft sie nach unten hin ab, wobei man die Feder oberhalb dieser Stelle
festhält.. Ist die Feder schon alt und trocken kann sie dabei allerdings
zerbrechen. Die Spitze schneidet man nun z.B. mit einer scharfen Schere (siehe
auch unter "Tipps & Tricks") in
die gewünschte Form. Am besten lassen sich unserer Meinung nach das Dreieck
und die Raute verwenden. Auf dem folgenden Bild sehen sie einige mögliche
Muster die sie mit den Federkielen und Stecknadelköpfen (Punkte durch Tupfen
und Striche durch Aufsetzen und Ziehen) erzeugen können.

Anregungen zu weiteren Mustern finden Sie vielleicht in unserer
neuen Galerie.
Zum Färben bieten sich für den Anfänger einfache Lebensmittelfarben
(z.B. handelsübliche Ostereierfarben) an. Allerdings sollte beachtet werden,
dass entgegen der Vorgabe nur die halbe Menge Wasser oder die doppelte Menge
Farbstoff verwendet wird, um kräftige Farben zu erhalten. Etwas Essig (etwa
1-2 Eßlöffel 10% igen Essig für 250 ml Lösung) und einige
Prisen Salz erhöhen die Farbbrillianz. Als Grundstock für die Farben
bieten sich Gelb, Grün, Rot und Violett an. Informationen über andere
Farben befinden sich unter "Tipps
& Tricks". Außerdem nimmt nicht jedes Ei die Farbe gleich
gut an und viele schöne Farbeffekte ergeben sich häufig unverhofft
durch das Färben in mehreren Farblösungen.
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5. So wirds gemacht:
a) Vorzeichnen
Sorbische Ostereier zeichnen sich durch eine hohe Symmetrie, geometrische Verzierungen
und viele Spiegelebenen aus. Nur wenige Profis schaffen das frei Hand auf das
Ei zu bringen.
Wir
zeichnen daher mit einem mittelweichem spitzen Bleistift zunächst dünn
die Mittellinie (also den "Äquator") vor und versuchen dann das
Ei mit Senkrechten zu vierteln (dritteln, fünfteln etc.). Zum Anfang werden
Sie sicherlich häufiger zu Radiergummi greifen müssen, aber Übung
macht auch hier den Meister. Ist man sich über das Muster im Klaren, kann
man auch einige Hilfslinien dazu aufzeichen. Sie werden aber schnell merken,
dass schöne Muster auch dann entstehen, wenn man sie vorher nicht exakt
plant.
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b) Wachs aufbringen
Das Wachsgemisch (eine Hälfte Kerzen- und eine Hälfte Bienenwachs,
da reiner Kerzenwachs schlecht haftet und reiner Bienenwachs zu weich ist) wird
nun in der Vorrichtung geschmolzen und hat dann die richtige Temperatur erreicht,
wenn er leicht anfängt zu rauchen bzw. kurz davor ist. Ist er noch zu kalt,
kleben die Tupfer am Ei fest und es gibt nur schwer entfernbare Wachsspritzer
beim Ablösen. Ist er zu heiß (starkes Rauchen oder Sieden), verlaufen
die aufgetupften Ornamente.
Im Zweifelsfall tupfen wir zunächst probehalber auf ein Stück Papier.
Saugt dieses das Wachs vollständig auf, ist die richtige Temperatur erreicht.
Die Eier sollten Zimmertemperatur haben, damit sie beim Verzieren nicht anfangen
zu schwitzen (das Wachs hält dann schlechter).
Ausgeblasene Eier sollten spätestens jetzt (wenn sie völlig trocken
sind!)
verschlossen
werden, wenn man das Eindringen von Farbe verhindern möchte. Dazu verwendet
man je nach Lochgröße einen Stecknadeltupfer, der einige Sekunden
im Wachs erwärmt und dann leicht auf das Loch gedrückt wird. Dabei
hält man den Tupfer wie einen Stift in der Hand. Um eine ruhige Hand zu
bekommen, kann man vor dem Aufsetzen des Tupfers den kleinen Finger und den
Ringfinger auf dem Ei aufsetzen. Allerdings sollten Sie nicht zu lange zielen,
denn das Wachs am Tupfer kühlt sehr schnell ab und nach ca. einer Sekunde
kann er unter Umständen schon wieder zu kalt sein.
Nach
jedem Tupfen muss der Tupfer wieder in das heiße Wachs getaucht werden,
um ihn wieder mit heißem Wachs zu benetzen.
Genauso verfährt man nun bei dem Aufbringen des Musters. Tupfen Sie auf
das weiße Ei jene Stellen des Ornamentes, die weiß bleiben sollen,
denn wo das Wachs haftet, kommt keine Farbe an die Eioberfläche und kann
damit auch nicht Färben. Haben sie sich vertupft, versuchen sie nicht,
das Wachs wieder abzukratzen, denn damit vergrößert man den Schaden
meist nur und Farbe nimmt diese Stelle auch bei sorgfältigem Abkratzen
nicht mehr an. Um das Wachs auf der Eioberfläche besser erkennen zu können,
kann eine kleine Menge Wachs von einem Buntwachsstift (in Schreibwarenläden)
dazugegeben werden. Vergewissern Sie sich vor dem Färben, ob Sie auch wirklich
keine Tupfer ausgelassen haben.
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c) Färben
Die Farbe sollte vor dem Färben wieder auf Zimmertemperatur gebracht werden,
da zu heiße Farbe das Wachs zum Schmelzen bringen kann.Außerdem
bewirkt zu warme wie auch zu kalte Farbe einen Luftdruckwechsel im Ei, welcher
ein Eindringen von Farbe zu Folge hat. Ausgeblasene und verschlossene Eier müssen
z.B. mit einem kleinen Gläschen (z.B. von Babynahrung oder Kaffeesahne)
untergetaucht werden.
Das
Ei sollte ab und zu gedreht werden, um helle Flecken zu vermeiden.
Sofern sie noch weitere Färbedurchgänge planen, wird das Ei zunächst
in einer hellen Farbe (z.B. Gelb) gefärbt, da die nächsten Farben
die erste wieder überdecken sollen. Sie können auch dunklere Farben
nehmen und das Ei nur kurz eintauchen, um Pastellfarben zu erhalten. Lassen
sie das Ei nicht zu lange (max. 10-15 Minuten) in der Farblösung, da sich
die Farbschicht sonst beim Abtupfen wieder ablöst. Ist der gewünschte
Farbton erreicht wird das Ei mit einem Esslöffel entnommen und mit Küchenpapier
trockengetupft (Handschuh helfen bunte Finger zu vermeiden). Das Ergebnis sollte
dem Bild rechts ähnlich sehen. Das zuvor aufgetupfte Wachs hat die Farbe
darunter reserviert. Nun sollte das Ei trocknen.
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d) weitere Farben
Nach einer Trockenzeit von ca. 15-30 Minuten bei Raumtemperatur, ist das Ei
wieder bereit zum Aufbringen der nächsten Wachsschicht. Diese wird nun
zusätzlich zu dem schon aufgebrachten Wachs auf die bereits gefärbten
Stellen aufgetupft. Nach dem zweiten Färbedurchgang in einer dunkleren
Farbe (z.B rot) sind nun wie im rechten Bild die Tupfer auf dem weißen
Ei und die Tupfer auf der ersten Farbe zu erkennen. So kann man je nach Ei bis
zu 6 Farben in das Ornament integrieren.
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e) Nachbehandlung
Wenn Die Verzierung fertig ist und alle Färbedurchgänge erfolgt sind
sollte das Ei idealerweise 1-2 Stunden trocknen.
Nun
kann man das aufgebrachte Wachs wieder entfernen, um die Verzierungen richtig
sichtbar zu machen. Dazu hält man das Ei neben (!) eine Kerzenflamme und
wartet, bis das Wachs schmilzt. Ablaufendes Wachs wischt man vorsichtig mit
mit Küchenpapier ab. Praktischerweise beginnt man mit dieser Prozedur an
einer Öffnung, um die sich ausdehnende Luft rauszulassen. Ist das Wachs
geschmolzen, lassen sich durch leichtes Reiben mit dem Papiertuch auch dünne
Bleistiftstriche entfernen. Ist das gesamte Ei auf diese Weise abgeschmolzen,
befindet sich über der Farbe ein geschlossener Wachsfilm, der das Ei vor
Fingerabdrücken und dergleichen schützt. Mit einem weichen Tuch kann
man das Ei jetzt noch polieren um einen leichten Glanz zu erhalten. Stärker
glänzt das Ei, wenn es noch mit Speck oder etwas Öl abgerieben (seidiger
Glanz) oder sogar mit Klarlack lackiert (Hochglanz) wird. Letzteres haben wir
jedoch noch nie getan.
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6. Einfache Variante
Material:
Wem das hier alles viel zu kompliziert ist, kann mal Folgendes ausprobieren:
Um die Vorrichtung zum Wachsschmelzen (gebogener Löffel in halber Kartoffel
oder in Gefäß mit Sand) kommt man nicht herum. Zum erhitzen ein Teelicht,
welches je nach gewünschter Temperatur mehr oder weniger unter den Löffel
geschoben wird. Als Wachs verwendet man Bienenwachs und zur Not auch Kerzenwachs.
Zum Wachs aufbringen wird eine Stecknadel mit Kunststoffkopf verwendet, die
man in ein Holzstäbchen steckt (Stift, Ästchen oder Schaschlikspieß).
Damit können sowohl Punkte als auch Striche erzeugt werden, wenn nach dem
Aufsetzen zügig in die gewünschte Richtung gezogen wird. Bringen Sie
das gewünschte Muster auf das Ei.
Zum Färben wird mit Zwiebelschalen (ca. 3-5 Zwiebeln für einen Liter
Farbsud) ein Absud gekocht bis er kräftig braun ist. Ausnahmsweise werden
die Eier nun mitsamt dem Wachs ganz normal mitgekocht. Je nachdem, ob Sie weiche
oder harte Eier mögen, nehmen Sie die Eier nach der entsprechenden Zeit
raus, schrecken sie ab und überraschen andere mit verzierten (die Ornamente
färben sich dabei etwas mit) gelblich bis kräftig braunen Eiern, die
man essen kann. Ausgeblasene Eier werden am besten in dem noch kalten Wasser
untergetaucht und volllaufen gelassen. Dann wie die vollen Eier kochen lassen.
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