
1. Allgemeines zu den Eiern
2. Reinigen der Eier
3. Entfernen von Stempelaufdrucken
4. Ausblasen oder nicht Ausblasen?
5. Löcher bohren
6. Ausblasen
7. Reinigen
8. Entfernen der Eihaut
- Allgemeines zu den Eiern
Bevor sie anfangen können, benötigen sie auf jeden Fall erst einmal
entsprechend vorbereitete Eier. Diese Prozedur sollte einige Tage vor dem
Verzieren erfolgen, damit das Ei durchtrocknen kann und später die Farbe
bzw. das Wachs besser hält. Weiße Eier sind zwar schlechter zu
bekommen, aber den braunen vorzuziehen, da die Farben auf ihnen reiner erscheinen.
Braune Eier eignen sich eigentlich nur für Ton-in-Ton-Färbtechniken
mit erdigen Farben. Die Eier sollten eine glatte, gleichmäßige
Schale haben und keine Riefen aufweisen. Eine stark durchscheinende Schale
ist zumeist dünn und daher auch nicht zu empfehlen.
Dass Eier von Bauern in jedem Fall eine bessere Schale als gekaufte Eier haben,
können wir nicht bestätigen. Gekaufte Eier haben aber auf jeden
Fall den Nachteil, dass sie einen Stempelaufdruck besitzen. Wenn sie andere
Eier als die traditionellen Hühnereier verwenden wollen, beachten sie
bitte, dass Eier mit einer sehr glatten Schale (z.B. Enteneier) die Farbe
schlecht annehmen und Eier mit einer rauhen Oberflächen (z.B. Gänseeier)
sich schlechter zum Kratzen eignen. Sehr kleine Eier (z.B. Wachteleier) haben
eine so dünne Schale, das häufig schon durch festeres Anfassen Risse
entstehen.

- Reinigen der Eier
Besonders Eier vom Bauernhof sollten zunächst grob von eventuellen Kot-
oder Einstreuresten gereinigt werden. Soweit notwendig, verwendet man dazu
lauwarmes Wasser mit wenig Spülmittel und einen weichen Schwamm. Auf
keinen Fall harte Gegenstände, Scheuerpulver, Stahlwolle und dergleichen
verwenden, da die zunächst unsichtbaren Kratzer spätestens beim
Färben deutlich sichbar werden. Hartnäckige Fälle einige Zeit
einweichen und im Notfall lieber ein anderes Ei verwenden, als sich später
zu ärgern.
Kot hinterläßt häufig dunkle Flecken auf der Eierschale, die
nicht wegzubekommen sind. Ist der Fleck nicht allzu dunkel, fällt er
später am gefärbtem Ei warscheinlich sowieso nicht mehr auf. Kommen
sie aber ohne Färben aus (Bossiertechnik), versuchen Sie die den Fleck
mit verdünntem Essig (10% igen Essig etwa eins zu eins mit Wasser mischen) zu beseitigen.

- Entfernen von Stempelaufdrucken
Gekaufte Eier haben den Nachteil, dass sie einen Stempelaufdruck
besitzen. Wir haben noch keine Möglichkeit gefunden, diesen vollständig
zu entfernen, ohne dass sich die Färbeeigenschaften des Eies ändern.
Wenn Sie eine Technik verwenden, bei dem das Ei nicht eingefärbt wird
(Bossiertechnik), bietet sich das Abreiben mit verdünntem Essig (Ergebnis
blauer Kreis) an. Beim Abkochen (Ergebnis roter Kreis) der ausgeblasenen Eierschalen
verschwindet der Stempel leider nicht vollständig, aber das Ei färbt
sich in der Regel besser als nach dem Abreiben mit Essig. Es gilt hier dasselbe
wie bei schwachen Kotflecken: am fertig gefärbten Ei ist der verblasste
Stempel kaum noch oder nicht mehr zu erkennen. Wer das Risiko nicht scheut,
ab und an ein Ei zu haben, welches beim Färben fleckig wird, oder auch
mit blasseren Farben bzw. längeren Färbezeiten leben kann, dem bleibt
die Möglichkeit, das gesamte Ei gleichmäßig (!) mit verdünntem
Essig abzureiben. Dabei verschwindet der Stempel vollständig und die
Farbe ist meist auch gleichmäßig. Es gilt hier aber wie bei so
vielen Dingen: Jeder kann nur durch Probieren die für ihn beste Methode
finden.

- Ausblasen oder nicht Ausblasen?
Spätestens an dieser Stelle scheiden sich die Geister über den weiteren
Verlauf der Eierbehandlung. Manche bevorzugen es, die Eier vor dem Färben
lange zu kochen (min. 30 min). Einige blasen sie vor und einige nach dem Färben
aus.
- Hartgekochte Eier bekommen auch bei vorsichtigster Behandlung leicht winzige
Risse und verbreiten dann einen nicht gerade angenehmen Geruch. Der Vorteil
ist viel weniger Rührei in der Vorosterzeit und vor allen Dingen gehen
die Eier in der Farblösung unter. Allerdings rollt ein solch schweres
Ei auch schnell vom Löffel in die Farbe und zerspringt am Grund des
Glases.
- Bläst man die Eier nach dem Färben aus, ergeben sich dieselben
Vor- und Nachteile der Hartgekochten Eier, da man auch hier den ausgeblasenen
Eiinhalt nicht mehr verzehren kann (außer, man verwendet Lebensmittel
oder Naturfarben). Außerdem entfällt der unangenehme Geruch.
Ein Nachteil sind die Probleme beim Abschmelzen des Wachses bei der Reservetechnik,
da durch die Hitze das Eiweiß bereits stocken kann. Deshalb sollte
man erst nach dem Ausblasen abschmelzen. Wir hatten dann jedoch Probleme,
die Eier so auszublasen, dass die Farben keinen Schaden nehmen. Häufig
wird um das Loch herum die Farbe abgelöst, so dass ein weißer
Ring entsteht. Außerdem ist es sehr ärgerlich, wenn ein fertiges
Ei beim Ausblasen platzt oder beim Lochbohren Risse bekommt.
- Bei der dritten Methode sieht man vor dem aufwändigen Verzieren,
ob das Ei wirklich geeignet ist. Der Eiinhalt ist direkt verwertbar und
das Ei fällt nicht so leicht aus der Hand oder vom Löffel. Allerdings
gibt es hier Probleme beim Färben. Da im Ei Luft ist, geht es natürlich
nicht unter. Man hat hier die Wahl zwischen Volllaufenlassen, Löcherverschließen
und das Ei mit kleinen Gläschen oder ähnlichem herunterzudrücken
(bewegen nicht vergessen, um helle Flecken zu vermeiden) oder das Ei ständig
mit Farblösung zu übergießen.
Nach unseren Versuchen ist es das Günstigste, die Eier vor dem Färben
auszublasen.

- Löcher bohren
Am Anfang verwendeten wir eine Rouladennadel, um ein Loch hineinzudrücken
und erweiterteten es dann vorsichtig.
Dabei
entsteht jedoch meist ein sehr unsauber ausgebrochener Rand und häufig
Risse. Seit einiger Zei gibt es jedoch im Handel kleine Eierbohrer, die mit
ein wenig Feingefühl ein wunderschön rundes Loch produzieren. Allerdings
werden sie auch sehr schnell stumpf und wer nicht nachschärft ( zum Beispiel
mit einem Abziehstein) hat schnell wieder Risse in der Schale.
Ein kleiner Tipp am Ende: vor dem Bohren kann man mit einem weichen Bleistift
(mit einem guten Radiergummi entfernbar) die zu dorchbohrende Stelle am Ei
vorzeichen um auch wirklich die Mitte zu treffen.

- Ausblasen
Das Ausblasen der Eier ist schon seit jeher etwas für jemanden mit einer
starken Lunge und keinem Ekel vor dem rohen Ei.
Allderdings bietet der Handel heute auch etwas für Menschen mit einer
nicht ganz so starken Lunge. Den oben erwähnten Eierbohrer erstanden
wir zusammen mit einem kleinen Blasebalg. Die Kanüle wird in das eine
Loch eingeführt, etwas im Inneren herumgerührt, um das Eidotter
zu zerkleinern, und dann beherzt Luft hineingedrückt. Eier die dabei
platzen, taugen sowieso nicht zum Färben. Verstopft das Loch durch die
Hagelschnüre oder die Dotterhülle, reicht es meist, den Druck zu
erhöhen, oder einfach mal in die Ausblasrichtung zu ändern. In hartnäckigen
Fällen bleibt nur noch, das störende Häutchen mit den Fingern
oder einer Pinzette herauszuziehen und dann weiter auszublasen..

- Reinigen
Hat man Ei schließlich leer, muss es noch ausgewaschen werden, um zu
verhindern, dass Milben und andere Fraßschädlinge das Ei von innen
her zerstören oder bei hoher Luftfeuchte das Ei anfängt zu stinken.
Dies geschieht wieder mit lauwarmen Wasser (evtl. mit sehr wenig Spülmittel).
Läuft das Ei nicht freiwillig voll, kann man auch mit dem Blasebalg oder
einer Spritze das Wasser einbringen. Eine weitere einfache Alternative ist,
den Schritt 8 vorzuziehen. Danach sollte problemlos Wasser hineinlaufen. Auch
äußere Verunreinigungen sollten spätestens jetzt entfernt
werden. Zum Schluß das Ei mit einem weichen Stoff oder Papiertuch trockentupfen.

- Entfernen der Eihaut
Damit das runde Loch besser zur Geltung kommt, oder auch aus reinigungstechnischen
Gründen, sollte die Eihaut, die sich nun noch innen 
vor
dem Loch befindet, entfernt werden. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten.
Erstens kann man eine alte Rouladennadel (ganz am Ende anfassen) über
einer Gasflamme (Kerze rußt zu stark) erhitzen und mit der rotglühenden
Spitze die Eihaut wegbrennen. Das geht recht schnell, hat aber den Nachteil,
dass es unangenehm riecht und manchmal den Lochrand dunkel färbt. Als
zweite Möglichkeit bietet sich an, das Ei trocknen zu lassen (nur wenn
es schon innen sauber ist!). Nach ca. 1. Woche ist die Eihaut so trocken,
dass man sie mit einer Nadel abbrechen kann (einfach einmal am Lochrand herumfahren). Andere Methoden, wie z.B. das
Abzupfen mit einer spitzen Pinzette, führen häufig zu Beschädigungen
des Eies.

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